Beiträge für Konzert- und Themenabend gegen Rechts gesucht
If the kids are united against racism: Workshop am 23.02. im Haus Marienthal
Für Anfang März planen der DGB-Region Südwestsachsen und die Zwickauer Ortsgruppe des Jugendvereins „Roter Baum“ einen Konzert- und Themenabend unter dem Motto „If the kids are united against racism“. Dabei wollen wir neben
drei musikalischen Acts, vor allem Jugendlichen den Raum geben, Ihre Gedanken und künstlerischen Darbietungen zum Thema einzubringen. Deshalb bitten wir alle Interessierten, sich bis zum 23. Februar bei uns zu melden und an einem Workshop teilzunehmen, bei dem wir die Ideen zusammentragen und einen Regieplan für die Veranstaltung am 10. März erarbeiten. Gefragt ist alles, was sich kritisch mit Nazis und deren Ideologie auseinandersetzt. Bis zum Workshop am 23. Februar um 16:00 Uhr könnt Ihr Euch melden mit Gedichten, Filmbeiträgen, Liedern, Pantomime, Theaterstücken, Poetischem, Kabarett oder was auch immer.
Egotronic, Supershirt und Feine Sahne Fischfilet spielen in Limbach-O.
Ankündigung des Webzine »Beatpunk« für die Sause am 7. Januar 2012
Mügeln, Wurzen, Pirna, Potzlow: Erbärmliche Orte, die sich einen Namen gemacht haben. Wodurch? Ansässige Nazi-Truppen treten hier nicht nur besonders selbstbewusst und öffentlich auf, sie dürfen auch auf Verständnis seitens der eingesessenen Bevölkerung, dem Schmierblatt des Dorfes und seiner obersten Repräsentanten rechnen. National befreite Zone ist hier nicht mehr nur Konzept! Migranten und Alternative werden terrorisiert – wenn man davon keine mehr auftreiben kann, erklärt man halt den Nächtbesten zum »Juden« und tritt ihn in der Jauchegrube tot. Auf der Liste der besonders schäbigen Ecken Deutschlands möchte die sächsische Kreisstadt Limbach-Oberfrohna natürlich nicht hintanstehen: Gewalttätige Übergiffe gehören zum Alltag für die wenigen verbliebenen linken Jugendlichen, denen die Nazis letztes Jahr zur Krönung das Vereinshaus anzündeten. Die »Verantwortungsträger der Politik« reagierten blitzschnell: Ein »Bürgerbündnis gegen Extremismus« wurde gegründet, freilich sollte die NPD mit an Bord sein, die ja schliesslich »nicht verboten ist«. (mehr…)
Sachsen gilt als Hochburg des organisierten Neonazismus. Die Unterzeichner des »Zwickauer Appells« sorgen sich vor allem um das Image.
Von Michael Bergmann in Wochenzeitung »Jungle World« vom 8. Dezember
Mit der Explosion einer Wohnung im Zwickauer Stadtteil Weißenborn begann am 4. November die Aufregung. Das Ereignis machte in der westsächsischen Stadt schnell die Runde, Hunderte Schaulustige fanden sich an diesem Tag hinter den Absperrungen der Polizei ein, um einen Blick auf das zerstörte Haus zu werfen. Seitdem bekannt wurde, dass die Explosion im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Selbstmord zweier Neonazis und ihrem terroristischen Treiben steht, gibt es nur noch dieses eine Thema in der Stadt. Die Rede von der »Zwickauer Zelle« oder dem »Zwickauer Trio«, das jahrelang mordend durch die Republik zog, ist auch in den deutschen Medien allgegenwärtig.

Dass dabei ausgerechnet eine sächsische Stadt der Ort war, von dem aus die Gruppe namens »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) operierte, ist keine Überraschung. Seit den neunziger Jahren gilt Sachsen zurecht als eine der Hochburgen des organisierten Neonazismus in der Bundesrepublik. In keinem anderen Bundesland sind Neonazis sowohl parteiunabhängig als auch in der NPD seit Jahren so gut organisiert. Die Zahl der neonazistischen Übergriffe auf andere Menschen ist seit vielen Jahren äußerst hoch. Dennoch schaffen es ausgerechnet die Politiker in Sachsen immer wieder, sich überrascht zu zeigen, wenn es einen gewalttätigen Übergriff oder gar Tote gibt. Zwickau ist da keine Ausnahme, die Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) veröffentlichte zusammen mit dem DGB Südwestsachsen etwa zehn Tage nach dem Bekanntwerden der Terrorgruppe einen »Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz«. (mehr…)
Appell der Beratungsteams und Opferberatungsprojekte gegen Neonazis
Nach Morden der neonazistischen »Zwickauer Zelle« ist ein Umdenken notwendig
Mobile Beratungsteams und Opferberatungsprojekte beraten und begleiten Opfer rechter Gewalt, Kommunen und Zivilgesellschaft. Auch wenn wir seit Jahren vor der Gewalt von Neonazis und rassistischen Gelegenheitstätern warnen, sind wir geschockt von dem Ausmaß an Ignoranz und Verharmlosung staatlicher Stellen angesichts der rassistischen Mordserie. Wir verlangen jetzt eine Zäsur im Umgang mit der extremen Rechten.
1. Eingreifen und einmischen statt wegsehen
Jeden Tag ereignen sich in Deutschland mindestens zwei bis drei rechte und rassistische Gewalttaten. Die TäterInnen sprechen vor allem denjenigen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben ab, die als Minderheiten ohnehin schon gesellschaftlich diskriminiert werden. Das zu ändern und eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, können wir nicht an den Staat delegieren: Jede und jeder kann bei rassistischen Sprüchen am Arbeitsplatz, antisemitischer Hetze auf dem Sportplatz oder „Schwulenwitzen“ Kontra geben und eingreifen, wenn andere bedroht und geschlagen werden. Und jede und jeder kann jetzt praktische Solidarität zeigen: z.B. Spenden für Einrichtungen sammeln, die Zielscheibe von neonazistischen Brandanschlägen geworden sind oder den Menschen in diesen Einrichtungen persönlich in Gesprächen oder praktisch beistehen.
2. Mehr Demokratie statt mehr Verfassungsschutz
Polizei, Justiz und Geheimdienste spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider. In einem Land, in dem regelmäßig ein Drittel erklären, Deutschland sei „im gefährlichen Maße überfremdet“, ist es keine Ausnahme, dass Sonderkommissionen „Aladin“ oder „Bosporus“ genannt und Opfer rassistischer Gewalt unter Generalverdacht gestellt werden. Schon die Bezeichnung „Döner-Morde“ ist rassistisch und entwürdigend. Nationale Terrorabwehrzentren und neue Gesamtdateien von Polizei und Geheimdiensten werden daran nichts ändern. Ein erster Schritt wäre eine klare Abkehr von den Feindbildern der „Linksextremisten“, „Muslime“ und „Fremden“. Der Rassismus der Mitte muss als Problem erkannt werden. (mehr…)
Mahnwache für Demokratie & Toleranz am Freitag auf Georgenplatz
Stadt wehrt sich gegen Nazi-Image! Und wer wehrt sich gegen Nazis?
Nachfolgend der »Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz« von Sabine Zimmermann und Pia Findeiß:
„Deutschland ist schockiert und fassungslos angesichts der Enthüllungen um das Wirken der braunen Terrorzelle, die zuletzt ihren Sitz in Zwickau hatte. Viele Zwickauerinnen und Zwickauer sind sprachlos und betroffen, dass das rechte Mordtrio unbehelligt und scheinbar unbemerkt inmitten unserer Stadt gelebt hat.
Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möchten wir den Opfern der braunen Mörder gedenken und zeigen, dass Zwickau keine Heimstätte rechtsextremen Terrors ist und dem braunen Gedankengut eine klare Absage erteilt. Seit 1990 sind in Deutschland über 130 Menschen durch rechte Gewalt zu Tode gekommen. Die Entdeckung der rechtsextremen Terrorzelle in Zwickau muss jetzt auch dem Letzten die Dramatik der Situation vor Augen führen.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich am Freitag, dem 25.11.2011, um 18.00 Uhr auf dem Zwickauer Georgenplatz zu versammeln. Überwinden wir gemeinsam unsere Sprachlosigkeit und senden von Zwickau aus einen klaren Appell für Demokratie und Toleranz!“
Jaja, die Sorge der Oberhäupter um den guten Ruf ihrer Stadt ist auch dem »Baumhaus« ein sehr bekanntes Argument. Zuletzt wurde mit dessen Hilfe jede weitere Verhandlung hinsichtlich eines AJZ in Zwickau abgebrochen, denn linke Jugendliche beziehungsweise Antifaschisten, die seit Jahren die Naziproblematik thematisieren, gelten in Zwickau als Nestbeschmutzer und schaden dem guten Ruf der Stadt. (mehr…)
Zwickau: Verwaltung sperrt sich gegen alternatives Freizeitzentrum
Ein Bericht von Marion Baumann in der „Jungen Welt“ vom 14. November
Seit mehr als zwei Jahren versuchen Jugendliche zusammen mit dem Verein Roter Baum e.V. ein alternatives Jugendzentrum mit dem Namen »AJZ Baumhaus« im sächsischen Zwickau aufzubauen. Dabei stoßen sie seitens der Stadt auf Widerstand und sind mit der Angst der Hauseigentümer vor rechtem Vandalismus konfrontiert. »Eine alternative und antifaschistische Jugendkultur wird kriminalisiert, während ›Freie Kräfte‹ und Nazihools sich frei in der Stadt bewegen können und ihrem Aktionismus in Form von Übergriffen auf Antifaschisten und antifaschistische Demonstrationen frönen« heißt es in einem Brief, der Ende Oktober als Unterstützungsaufruf aus Zwickau versendet wurde.
Durch die Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) wird die linke Szene skandalisiert und der Roter Baum e.V. als »kriminelle Vereinigung« bezeichnet. Dabei stehen die Aktivisten unter Generalverdacht. »Alles, was links aussieht, müssen wir gewesen sein« macht René Hahn, Linke-Stadtrat und Sprecher des »Roter Baum e.V.« Zwickau, die Situation deutlich. Tatsächlich scheiterten die Verhandlungen über ein Projekt, nachdem gegen einige Mitglieder des »Roter Baum e.V.«, darunter René Hahn, Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet wurden. Die Ermittlungen wurden alle eingestellt. Die Stadt gab ihre ablehnende Haltung dennoch nicht auf.
Nach rechtsextremistischen Übergriffen auf dem diesjährigen Stadtfest in Zwickau forderte die sogenannte Opferberatung der RAA Sachsen (»Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie«) die Unterstützung des »AJZ Baumhaus«. (mehr…)
Gedenkaktion anlässlich der Novemberpogrome am 9. November 1938
Aufruf: Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute!
Liebe Bürgerinnen und Bürger, vor mehr als sieben Jahrzehnten brannten in ganz Deutschland unzählige Synagogen. Damit begann eine in der Weltgeschichte beispiellose Verfolgung und Vernichtung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, wozu deren Glaubensbekenntnis benutzt wurde. Heute werden erneut Schuldzuweisungen laut und leider oft unbedacht an Stammtischen wiederholt, wonach „die Anderen“, ob Jüdinnen und Juden oder Migrantinnen und Migranten, für die soziale Schieflage in der Bundesrepublik Schuld trügen. Vergessen wir nie, wohin dies führte: Zu millionenfacher Verfolgung, Entrechtung und der systematischen Ermordung von Jüdinnen und Juden.
Wir wenden uns entschlossen gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus! Darum: Reinigen wir gemeinsam zur Mahnwache die Stolpersteine und entzünden wir an jedem Stolperstein eine Kerze zur Erinnerung und Mahnung an die Opfer der NS-Diktatur. Damit machen wir die Verbrechen wieder sichtbar! An den ehemaligen Wohnorten verschleppter Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politisch und konfessionell Verfolgter, Homosexueller und Euthanasieopfer werden Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Gedenken an den Stolpersteinen am 9. November 2011 von 18:00 bis 18:30 Uhr. Kommen auch Sie! Weitere Informationen unter: 9ternovember.de!
Infoveranstaltung Wächterhaus – Hauserhalt durch Nutzung
Am Donnerstag, den 20. Oktober, um 17:00 Uhr im Alten Gasometer
In Zwickau gibt es Leerstand. In Zwickau gibt es alte Häuser, die mehr und mehr verfallen. Dies trägt nicht gerade zum schönen Stadtbild bei. Auf der anderen Seite gibt es hier Menschen, Organisationen, Vereine, Künstler und andere Unternehmungen, die Raum brauchen. Um sich zu entfalten, sich zu organisieren, um etwas zu bewegen. Um Ideen zu verwirklichen. Um zu experimentieren.
Wie kann man diese beide Fakten zusammenbringen? Wie können die beiden Situationen gelöst werden, so dass alle davon profitieren? Mit dem Konzept Wächterhaus. Dabei wird das vom Verfall bedrohte Haus von mehreren Leuten, Organisationen genutzt und dadurch wird der Verfall des Hauses aufgehalten.
Die Nutzung des Hauses verhindert Vandalismus und grenzt Witterungsschäden ein, da sie von den Nutzern schnell entdeckt und behoben werden. Viel Fläche für wenig Geld ist die Maxime, denn es gilt in Zeiten des Überangebotes Fläche zu verwenden und Nutzungen zu extensivieren, was aufgrund der günstigen Nutzungskonditionen möglich wird.
In Leipzig wird dieses Konzept seit Jahren umgesetzt. Erfolgreich! Nun wollen wir auch in Zwickau schauen, ob wir ähnliches bewegen können.
Am Donnerstag ist eine Infoveranstaltung. Und jeder der an der Thematik interessiert ist, kann vorbeikommen. Jeder, der Raum braucht. Jeder der leere Immobilien hat. Jeder der als Multiplikator dienen kann. Jeder, der nicht zusehen will, wie um alte Häuser nur Absperrungen gezogen werden, damit niemand von herunterfallenden Steinen getroffen wird.
Die Junge LINKE. ruft zu einem Flashmob am Capitol in Planitz auf
Aktion soll Diskussion zur Wiederbelebung verfallener Gebäude anregen
Unter dem Titel „Capitol reloaded – Zwickauer Filmnacht“ wird die Junge LINKE. Zwickau die Kinokasse des ehemaligen Planitzer Filmpalastes am 16. September für eine halbe Stunde wieder eröffnen. Von 19 Uhr bis 19:30 Uhr bittet die Gruppe alle Interessierten sich am Capitol einzufinden, gern auch mit Erinnerungsfotos oder Schildern die auf die Situation des Capitols verweisen.

Die Aktion soll auf verlassene und verfallene – speziell auch kulturelle – Gebäude aufmerksam machen und Diskussionsprozesse zur Nutzung und Wiederbelebung dieser anregen. Passend dazu wird im Anschluss ein Dokumentarfilm über Hamburg gezeigt. Dieser wird bei schönem Wetter im Schloßpark Planitz zu erleben sein. Bei schlechtem Wetter gibt es einen Ausweichstandort. Alles weitere erfahren Besucher beim Erwerb der Tickets an der Kinokasse. Karten sind zum Solipreis – ab 1 Cent – erhältlich. Passend zur Location kann auch in D-Mark oder Pfennig bezahlt werden.
Industriebrachen-Umgestaltung 2011 – Festival für Urbane Kultur
Vom 2.-4. September kann das Gesamtkunstwerk in Meerane besichtigt werden
Die IBUg ist ein urbanes Kulturprojekt im ländlichen Raum mit der Zielsetzung, Graffiti, Street-Art und Installationen (Urban Art) einem breitem Publikum näher zu bringen und als eigenständige Kunstformen zu etablieren. Die IBUg stellt für Künstler ein einzigartiges Forum der künstlerischen Arbeit und der Präsentation ihres Schaffens dar. Die Förderung von Kunst und Kultur ist eines der wichtigsten Ziele der IBUg. Neue Stile sollen in der freien künstlerischen Arbeit entwickelt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Zudem soll dem Verfall preisgegebenen industriellen Anlagen neues Leben eingehaucht und so das Bewusstsein der Bevölkerung für Kunst, Kultur und Architektur geschärft werden. Die IBUg setzt in einer Region, die durch Arbeitslosigkeit, Überalterung und ein geringes kulturelles Angebot geprägt ist, beispielhafte Impulse. (mehr…)