Freie Presse: „Zwickau soll alternatives Jugendzentrum bekommen“ « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

Freie Presse: „Zwickau soll alternatives Jugendzentrum bekommen“

Folgendes schrieb die Freie Presse vom 19. Februar über uns:

Zwickau soll alternatives Jugendzentrum bekommen

Verein “Baumhaus” will Szenen von Punks, Gothics und anderen Alternativen bündeln und ein Bollwerk gegen den Rechtsextremismus schaffen

Von Jens Eumann

Zwickau. Zwickau soll ein alternatives Jugendzentrum als Schaltzentrale gegen den Rechtsextremismus bekommen. Das haben sich 18 junge Leute zum Ziel gesetzt, die jetzt die Zwickauer Ortsgruppe des ursprünglich aus Dresden stammenden Vereins “Roter Baum” wiederbelebt haben. “Es gab den hier vor Jahren auch schon. Das ist aber eingeschlafen. Statt einen neuen Verein zu gründen, haben wir der Einfachheit halber die alte Struktur übernommen”, sagt der just gekürte Vorstandsvorsitzende René Hahn (28). Als großes Ziel setzt sich der Verein, der sich künftig “buntes Baumhaus” zu nennen gedenkt, innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ein alternatives Jugendzentrum zu eröffnen.

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“Eine aktive alternative Szene ist der beste Schutz gegen Rechtsextremismus”, findet Hahn und will den aus seiner Sicht auch in Zwickau verbreiteten Szenen von Punks, Gothics und Emo-Gruppen eine Art Heimstatt bieten. Als Vorbilder für solch ein Zentrum führt der Verein etwa den “Schuldenberg” in Plauen, das “Café Taktlos” in Glauchau, die “Unanbeatbar” in Schwarzenberg oder das “Talschock” in Chemnitz an. “Nur in Zwickau haben wir so was noch nicht”, beklagt Hahn. Aus seiner Sicht zwar nicht der, aber ein Grund dafür, dass sich rechte Demonstranten breitmachen können und regelmäßig durch die Stadt ziehen.

Frust machte sich bei den 18 Vereins-Initiatoren zunächst über den lahmenden Widerstand gegen die so genannten “Nationalen Sozialisten” breit. Als die grölend durch Zwickau zogen und das Bündnis für Demokratie und Toleranz zum “lauten Wegsehen” aufrief, habe das junge Gegendemonstranten enttäuscht. “Wir denken da eher an Sitzblockaden, damit die gar nicht erst losmarschieren können, friedlich, aber effektiv”, nennt Hahn als Alternative. Und er ist sich sicher, dafür regelmäßig zahlreiche Unterstützung finden zu können.

Aber dafür sei eben jenes alternative Zentrum ein wichtiger Baustein. Dort könnten neben Konzerten auch Vorträge, Diskussionen und Filmabende laufen. “Wir haben schon mit den Machern vom alten Gasometer über eine Kooperation gesprochen. Das ganze soll ja, auch wenn es Konzerte geben könnte, keine Konkurrenz zum Gasometer werden”, so Hahn. Als nächstes wolle man bei der Stadtverwaltung um Hilfe für die Suche nach einem passenden Gebäude bitten, so Hahn. Das alte Capitol-Kino in Planitz hätten sich Vereinsmitglieder schon mal angeschaut, doch ein zentraler Standort sei vielleicht besser geeignet, meint der Vorsitzende.

Als eine der ersten Vereinsaktionen nennt Hahn die Teilnahme am Stay-Rebel-Festival, das am 23. Mai in Chemnitz stattfindet. Wenn dort Antifa-Gruppen unter dem Motto “Nazis wegbassen” zusammenkommen, passt das eher ins Konzept der Baumhäusler als “lautes Wegsehen”. Laut Hahn fahren außerdem mehrere Zwickauer Bands wie die Metalcore-Truppe “First I killed the memories” und die Formation “One minute happiness” mit.

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