Archiv « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

Archiv für Mai 2011

Solidarität mit dem Baumhaus!

Unterschriftenkampagne für ein Alternatives Zentrum in Zwickau
Bereits mehr als 350 Menschen erklären sich solidarisch

Seit über zwei Jahren engagiert sich der Jugendverein „Roter Baum“ Zwickau für die Etablierung und Stärkung einer alternativen, toleranten und couragierten Jugendkultur. Menschen erhalten die Chance sich in emanzipatorische und kreative Projekte einzubringen. Die Einrichtung eines von jungen Menschen verwalteten Alternativen Zentrums gilt als großes Ziel! Waren es Anfang 2009 gerade mal dreizehn Enthusiasten, zeigen inzwischen über einhundert Mitglieder und noch mehr SympathisantInnen, dass dieses Anliegen von Bedeutung für Zwickau ist. Wir verlangen nicht viel und bieten einiges.


Was wir wollen ist ein Haus. Das klingt erstmal viel. Betrachten wir aber die Vielzahl der Mitwirkenden, ihre Ideen und kreativen Potentiale ist die Forderung eher bescheiden. Schauen wir dazu noch an, wieviele Häuser in Zwickau leer stehen, verfallen und zu einem Risiko für Leib und Leben werden, ist unsere Forderung ein großartiges Angebot. Denn wir fordern nicht einfach nur ein Haus, wir bieten an dieses mit unserem Einsatz wieder herzurichten, sinnvoll zu nutzen und damit die Kultur- und Bildungslandschaft unserer Stadt zu beleben. Junge Menschen wollen damit Verantwortung übernehmen und an den ihnen gestellten Herausforderungen wachsen. (mehr…)

Von der Suche nach Alternativen

Nachbetrachtungen zur Demo für ein Alternatives Zentrum
»Eine Forderung, die man hier sofort unterschreiben will.«

Während die »Freie Presse« in ihrem Artikel betont, dass „am Ende glücklicherweise alles halb so wild“ gewesen sei und die „gewaltsamen Zusammenstöße“ wie auf wundersame Weise ausgeblieben sind, gibt es in dieser Stadt auch noch Menschen, die „die freiwillige Selbstentmündigung des standardmäßig politisch unauffällig bleibenden Ostdeutschen“ bemerken. Das klingt so gut, dass wir den Essay von textwärts auch auf unseren Seiten veröffentlichen müssen:
»Der Witz am Leben in so einer ostdeutschen Kleinstadt (Verzeihung: Großstadt – wir sprechen immerhin von Zwickau!) ist: Man fängt unweigerlich an, eine Protesthaltung zu entwickeln. Oder genauer: nach tatsächlichen oder möglichen Alternativen Ausschau zu halten, die für das Lebenswerte im Leben sorgen. Man denkt politisch. Was soll man auch tun, wenn man sein Leben nicht nur mit endlosem Eisessen in der Innenstadt, Einkaufsfahrten in die Bau-, Elektronik- und Bekleidungsmärkte und dem allabendlichen Gang in die Videothek verbringen will.
Wir also, kaum zwei Wochen in der viertgrößten sächsischen Stadt: gehen zur Demo. Unter dem Motto Stürmt das Schloss wird ein alternatives Jugend- bzw. Kulturzentrum gefordert. Eine Forderung, die man schon nach wenigen Tagen hier sofort unterschreiben will. Aus oben genannten Gründen. Man will nicht einsam, man will gemeinsam da sein. Man sucht Räume und Orte der Begegnung und findet – die Zwickau Arkaden. Ein richtiges Kino – Fehlanzeige. Und die Stadtkultur beschränkt sich momentan auf einen Frühlingsfest genannten Rummel und das VW-Treffen. (mehr…)

Du bist nicht allein!

RAA Sachsen unterstützt Betroffene rechter und rassistischer Gewalt
Ein Appell an die Medien und alle Sympathisanten des „Roten Baum“ Zwickau

Die Bilanz der letzten Tage ist erschreckend: eine Woche vor der Demo für ein AJZ tauchen in Zwickau zahlreiche Aufkleber auf, die offen zur Gewalt gegen Teilnehmer der Demonstration aufrufen. Am 8. Mai zerstören Nazis die Windschutzscheibe des Autos einer gegen Neonazis engagierten Frau. Daneben werden an Hauswände die Buchstaben „NS“ gesprüht, welche auf die „Nationalen Sozialisten“ verweisen. Im Vorfeld wurde im Stadtgebiet ein ebenfalls gegen Neonazis engagierter Mann in der eigenen Wohnung von drei Neonazis bedroht. Einer der Täter war im Besitz eines sogenannten Totschlägers. (mehr…)

Friedliche Demo trotz massiver Störversuche

Mindestens 150 Menschen für ein AJZ auf Zwickaus Straßen
Besorgniserregende Radikalisierung der lokalen Naziszene zu beobachten

Am Samstag demonstrierten laut Zählung der Polizei 150 vor allem junge Menschen für ein Alternatives Jugendzentrum (AJZ) in Zwickau. Dabei trugen sie mit bunten Bannern ihre Unverständnis hinsichtlich der städtischen Politik auf die Straße und forderten lautstark: „AJZ JETZT!“. Doch auch die alltäglichen Zumutungen in der Provinz wurden thematisiert. Der größte Teil der Demonstranten kam aus Zwickau und den umliegenden Gemeinden; auch von einigen angereisten TeilnehmerInnen erhielt das Anliegen Unterstützung.


Bereits am Startpunkt, dem Platz der Völkerfreundschaft, und bei der Abschlusskundgebung am Georgenplatz kam es zu Störaktionen von Seiten der neonazistischen Kameradschaft „Nationale Sozialisten“. Dieser gewaltbereiten Gruppierung schloss sich am Samstag auch der, neuerdings Ex-, NPD-Stadtrat Peter Klose an. Aus der Gruppe wurden unter anderem Böller in die Demonstration geworfen und die Verletzung von TeilnehmerInnen beabsichtigt. Die begleitende Polizei bekam die Situationen nach Abschluss der Demonstration in den Griff und konnte die Demostörer festnehmen. So konnten Körperverletzungen, im Gegensatz zu den Vortagen, vermieden werden. (mehr…)

Auf geht’s!

Licht und Schatten vor der morgigen Demo
Vereinsmitglieder werden von Neonazis bedroht

Spätestens nachdem unsere Demonstration in der aktuellen Ausgabe der bundesweiten Wochenzeitung Jungle World gar zum „Tipp der Woche“ gekürt wurde, rechnen wir für morgen mit einer respektablen TeilnehmerInnenzahl. Der Erfolg unserer Mobilisierungsarbeit hat uns positiv überrascht. Dass in Zwickau für die Einrichtung eines Alternativen Zentrums gekämpft wird, hat sich inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen.
Dennoch gibt es nicht nur positive Neuigkeiten zu vermelden, denn durch unseren Erfolg fühlen sich die Zwickauer Dorfnazis bedroht und reagieren mit offener Gewalt. Nachfolgend möchten wir auf eine Pressemitteilung der Opferberatungsstelle des RAA in Chemnitz hinweisen – Aufruf zur Gewalt gegen Demobesucher – und wünschen euch und uns für den morgigen Tag alles erdenklich Gute!