Sprachlosigkeit überwinden!? « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

Sprachlosigkeit überwinden!?

Mahnwache für Demokratie & Toleranz am Freitag auf Georgenplatz
Stadt wehrt sich gegen Nazi-Image! Und wer wehrt sich gegen Nazis?

Nachfolgend der »Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz« von Sabine Zimmermann und Pia Findeiß:
„Deutschland ist schockiert und fassungslos angesichts der Enthüllungen um das Wirken der braunen Terrorzelle, die zuletzt ihren Sitz in Zwickau hatte. Viele Zwickauerinnen und Zwickauer sind sprachlos und betroffen, dass das rechte Mordtrio unbehelligt und scheinbar unbemerkt inmitten unserer Stadt gelebt hat.
Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möchten wir den Opfern der braunen Mörder gedenken und zeigen, dass Zwickau keine Heimstätte rechtsextremen Terrors ist und dem braunen Gedankengut eine klare Absage erteilt. Seit 1990 sind in Deutschland über 130 Menschen durch rechte Gewalt zu Tode gekommen. Die Entdeckung der rechtsextremen Terrorzelle in Zwickau muss jetzt auch dem Letzten die Dramatik der Situation vor Augen führen.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich am Freitag, dem 25.11.2011, um 18.00 Uhr auf dem Zwickauer Georgenplatz zu versammeln. Überwinden wir gemeinsam unsere Sprachlosigkeit und senden von Zwickau aus einen klaren Appell für Demokratie und Toleranz!“
Jaja, die Sorge der Oberhäupter um den guten Ruf ihrer Stadt ist auch dem »Baumhaus« ein sehr bekanntes Argument. Zuletzt wurde mit dessen Hilfe jede weitere Verhandlung hinsichtlich eines AJZ in Zwickau abgebrochen, denn linke Jugendliche beziehungsweise Antifaschisten, die seit Jahren die Naziproblematik thematisieren, gelten in Zwickau als Nestbeschmutzer und schaden dem guten Ruf der Stadt.
Wenn aber urplötzlich eine Nazi-Terror-Gruppe unter der Bezeichnung »Zwickauer Zelle« in den bundesweiten Medien auftaucht, herrscht im Rathaus hektische Betriebsamkeit und die Bevölkerung wird zur Rettung ihres Image auf die Straße gebeten. Doch leider ist zu befürchten, dass spätestens, wenn das Rauschen im Blätterwald verklungen ist, in dieser Stadt wieder zum üblichen Tagesgeschäft übergegangen wird. Was in Zwickau so üblich ist, lässt sich zum Beispiel anhand einer Chronik von Nazi-Aktivitäten ablesen.
Als »Baumhaus« rufen wir dazu auf, zum Georgenplatz zu kommen und ein Zeichen GEGEN NAZIS zu setzen. An die Mahnwache am Freitag richtet sich die Hoffnung, dass die Stadt Zwickau ihrer um das Image bemühten Symbolpolitik, ernsthafte Maßnahmen gegen die Nazis in dieser Stadt folgen lässt: die Unterstützung der alternativen Jugendkultur wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung!

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1 Antwort auf “Sprachlosigkeit überwinden!?”


  1. 1 Rudolph, Robby 23. November 2011 um 13:05 Uhr

    „Über­win­den wir ge­mein­sam un­se­re Sprach­lo­sig­keit und sen­den von Zwi­ckau aus einen kla­ren Ap­pell für De­mo­kra­tie und To­le­ranz!“
    So so, gemeinsam..

    Das folgende Flugblatt wurde vor einigen Wochen im Montagebereich des VW-Werk Sachsen verteilt, nachdem der IG-Metall Betriebsrat von VW-Sachsen keinerlei Bereitschaft zeigte seine Position dazu zu hinterfragen:
    http://www.irrlichtprojektor.de/tarifliche-Eignung-IGM.pdf

    Korrektur: „noch beschäftigt bei Autovision“, muss durch „war…“ ersetzt werden. Bei soviel Demokratieverständnis wird`s auch mir dann zu viel und ich ziehe es vor diese Stadt zu verlassen.

    Für Außenstehende erläutert: die genannte „tarifliche Eignung“ oder „tarifliche Voraussetzung“ bedeutet nichts anderes als „Mitgliedschaft in der IG-Metall“, die man als Voraussetzung erachten kann, durch Festanstellung der Leiharbeit zu entkommen oder als Festangestellter die berufliche Entwicklung nicht zu behindern. Sollten Sie Mitglied einer anderen Gewerkschaft sein und bleiben wollen, was Ihnen das sog. Koalitionsrecht im GG zusichert, sagen Sie es denen (also dem Betriebsrat) besser nicht. Kommt nicht gut an da…

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