An der Mulde wächst eine Paradiesfabrik « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

An der Mulde wächst eine Paradiesfabrik

Mit Graffiti und anderem bunten Treiben ist die alte Matratzenfabrik aus ihrem Dornröschenschlaf geküsst worden.
Marcus Wellnhofer in der Freien Presse vom 2. Mai 2014

Zwickau – Operation gelungen, Patient atmet nach 24 Jahren erstmals wieder: Der erste Anlauf zur Wiederbelebung der alten Matratzenfabrik an der Mulde-Promenade ist erfolgreich verlaufen. 82 Graffiti-Künstler haben das triste Grau der Hochwasserschutzmauern mit bunten Motiven zu einem Hingucker gemacht, während im Innenhof der Fabrik ein Kunstmarkt und Musik zum Verweilen eingeladen haben.

„Der Zulauf und Zuspruch der Besucher den gesamten ersten Tag über war sehr positiv. Wir sind sehr zufrieden und hoffen darauf aufbauen zu können, um das Projekt weiter voranzutreiben“, sagte Rico Gruner, einer der Organisatoren und Ideengeber für die Revitalisierung der Matratzenfabrik. In Zukunft soll diese unter dem Namen Paradiesfabrik Künstlern und kreativen Köpfen Möglichkeiten zu schöpferischer Entfaltung bieten. „Der Standort ist ideal. Hier ist eine Insel im Zentrum, die das Potenzial hat, jungen Leuten eine kreative Bleibe zu bieten“, sagte Sebastian Kriegsmann, Architekt und Initiator des Projektes. Bis das jedoch Realität wird, sind noch einige Anstrengungen nötig und eine Vielzahl von Ideen zu diskutieren. Den Anfang hierfür machte gestern eine Diskussionsrunde darüber, was ein kreatives Zentrum in Zwickau braucht, um tatsächlich existieren zu können. Zu Wort kam dabei unter anderem Nadine Weise von der Initiative der Kunst- und Kulturwirtschaft der Bundesregierung. Sie steht Projekten wie der Paradiesfabrik beratend zur Seite. „Wichtig ist, das eine Bürgerschaft hinter so einem Projekt steht. Nur mit der breiten Unterstützung mehrerer Partner kann so etwas gelingen“, sagte sie. Sie gab zudem den Hinweis, dass eine Finanzierung zum Anschub zwar förderlich sei, doch dürfe die nicht zu lang laufen. Je eher ein solches Zentrum auf eigenen Füßen steht, umso besser kann mit kommenden Schwierigkeiten umgegangen werden, da sich niemand aus der Verantwortung stehlen könne.

René Hahn, Stadtrat (Die Linke) und einer der Initiatoren der Paradiesfabrik, lobte ausdrücklich die bisherige Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Ein alternativer Schmelztiegel gegenüber des Zentrums soll kein Traum bleiben. Das Motto für ein Miteinander lieferte Hahn gleich mit: „Wir wollen bunt und laut sein, aber dabei niemandem auf den Sack gehen.“

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