Kreative Köpfe genießen den puren Ibug-Luxus « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

Kreative Köpfe genießen den puren Ibug-Luxus

Gut 80 nationale und internationale Künstler werkeln momentan in Westsachsen. Im Vergleich zu 2013 sind die Unterkünfte der Künstler richtig gut.
Marcus Wellnhofer in der Freien Presse vom 29. August 2014

Crimmitschau – Auf einmal sind sie dann doch kurz zu sehen, die Sorgenfalten auf Maxi Kretzschmars Stirn. Beim Versuch, ihr E-Mail-Postfach zu öffnen, bricht die Internetverbindung ab. Schnell gibt sie einem Helfer die Anweisung, sich umgehend darum zu kümmern.

Solche unangenehmen Ereignisse sind während der Kreativphase der Ibug in Crimmitschau kaum der Rede wert. Wer den Organisatoren des Kunst-Festivals, Maxi Kretzschmar und Thomas Dietze, begegnet, blickt in gelöste und entspannte Gesichter. „Mir geht es sehr gut. Alles funktioniert. Wir haben sogar warmes Wasser“, sagt Maxi Kretzschmar. Die Stromversorgung ist exzellent, es gibt ausreichend Sanitär- anlagen und eine richtige Küche. Die Künstler haben trockene Räume zum Schlafen. Zwar müssen sie in den ungeheizten Zimmern mit dem Boden oder Feldbetten vom Deutschen Roten Kreuz Vorlieb nehmen, doch im Vergleich zu vorherigen Ausgaben des Festivals sind diese Bedingungen mit einem Fünf-Sterne-Luxus-Ressort zu vergleichen.

Bei der Ibug 2013 im ehemaligen Eisenwerk in Zwickau sah das noch ganz anders aus. Die Künstler mussten großteils in Zelten auf dem Gelände oder auf ihren kreativen Baustellen campieren. Kaltes Frischwasser kam aus Tanks statt aus der Leitung. Die Stromversorgung war praktisch nicht gegeben, da das Eisenwerk nicht an das Stromnetz angeschlossen werden konnte. Nur durch mit Mühe herbei geschaffte mobile Generatoren war es überhaupt möglich, das Festival durchzuziehen.

In Crimmitschau dagegen fließt der Saft aus jeder Steckdose. Auf zwei Etagen auf dem Areal am Schützenplatz haben sich die Künstler eingerichtet. Drei bis vier Leute schlafen jeweils in den ehemaligen Büroräumen. Sogar ein kleines Medienzimmer konnte eingerichtet werden.

Die „Volxküche“ ist wie im vorigen Jahr für die Verpflegung zuständig. Damals musste das Essen teilweise in mehreren Etappen zum Eisenwerk gefahren werden. Diesmal schwingt Koch René Hahn mit seinen Helfern den Löffel in einer funktionierenden Küche auf der ersten Künstler-Etage. Zum Essen treffen sich die Künstler an der langen Tafel im Hof des Areals und genießen die Kreationen gemeinsam. Der Hof ist auch abends Treffpunkt für Künstler. Die riesige Industrieruine am Schützenplatz vermittelt den Eindruck einer familiären Künstler-Kommune. Und wer dann irgendwann schlafen gehen möchte, um am nächsten Tag ausgeruht an seinem Kunstwerk weiterzuarbeiten, der zieht sich einfach in sein trockenes und halbwegs warmes Zimmer zurück. So luxuriös und entspannt war die Ibug wohl noch nie.

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