Archiv « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

Archiv der Kategorie 'Allgemein'

3. Konzert- und Thementag

»If The Kids Are United Against Racism« am 3. Mai 2014
Egotronic, Feine Sahne Fischfilet u.v.m. im Freizeitzentrum Marienthal

Mehr als drei Jahre sind vergangen seit der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) aufflog und noch immer gibt es genügend Gründe sich aktiv gegen Rassismus zu engagieren. Daher haben wir uns auch in den letzten Monaten intensiv beraten und mit viel Herzblut an einem Programm gearbeitet, welches die Teilnehmer zum Nachdenken anregen und für ein respektvolles Miteinander werben soll. Die größte Neuerung in diesem Jahr ist die Mischung des inhaltlichen und musikalischen Programmes. Damit wollen wir die Aussage des Tages noch weiter unterstreichen und die Aktivtäten des Tages besser miteinander verbinden. So legten wir auch wieder viel Wert auf Künstler die sich mit dem Anliegen des Tages identifizieren und haben diese auch dazu eingeladen sich an den inhaltlichen Aktivitäten zu beteiligen.

Los geht der Tag mit dem Auftritt des Punkkabaretts »Heiter bis Wolkig¢, welches mit über 1100 Auftritten seit 1982 schon einige Erfahrung aufzuweisen hat. Beim Siebdruck und Streetartworkshop, können alle Teilnehmer selbst kreativ werden und vorhandene Shirts und Textilien gestalten, aber gern auch mit gebrachte Textilien bedrucken. Danach werden die Berliner Jungs von »Henry Fonda« mit ihrem selbsttitulierten Power Violence Sound eine etwas härtere Gangart einlegen. Aber auch bei Ihnen spielen Texte mit einer Aussage eine wichtige Rolle, wir sind gespannt wie viel ihr versteht. Anschließend würd uns Marcus Krauße aus langjähriger Erfahrung, im Workshop veganes und vegetarisches Leben, über die Möglichkeiten des fleischlosen Alltags berichten. Mancher Vegetarier betrachtet Fleischessen ja auch als Diskriminierung der Tiere. Dies verspricht interessante Diskussionen.

Im Anschluss werden uns die Küstenpunker von »Feine Sahne Fischfilet« ordentlich zum tanzen bringen. Dabei können sich die Besucher selbst ein Bild machen, ob es die Band disqualifiziert, dass sie in Mecklenburg im Verfassungsschutzbericht stehen oder ob es ein weiterer Indiz dafür ist, dass diese Behörde überflüssig ist. Die Band bedankte sich für die Öffentlichkeitsarbeit, die die Verkaufszahlen ihrer CDs ankurbelte, bereits mit einem Präsentkorb und vor wenigen Wochen gewann ein Fotograf der Band eine Gerichtsverhandlung gegen den Verfassungsschutz. Mit staatlicher Diskriminierung kennen sie sich also aus und auch gegen Nazis sind sie seit vielen Jahren sehr engagiert und damit genau richtig beim „If the kids are united against racism“. (mehr…)

1. Mai – Immer dabei

Graffitijam am 1. und 2. Mai in der ehemaligen Matratzenfabrik
Kunstmarkt, Diskussionsrunde, Konzert & Aftershow

In der ehemaligen Matratzenfabrik erwartet euch am 1. und 2. Mai viel Kunst und Sprühlack, gute Musik, Verkaufsstände und Diskussionsrunden, wie auch Beschäftigungsangebote für Familien und Kinder. Die Veranstaltung „1.Mai – Immer dabei“ findet nun das dritte Jahr in Folge statt. Die Idee dazu hatten junge Zwickauer Künstler im Jahr 2012.

Langfristig wird mit Veranstaltungen wie dem Graffitijam das Ziel forciert, die ehemalige Matratzenfabrik zu einem Kunst- und Kulturhaus auszugestalten, wo Künstler_innen und Kreative für bezahlbares Geld Ateliers, Werkstätten und Veranstaltungsräume für übersichtliche Beträge anmieten können. Die Industriebrache am Brückenberg 10 soll so im besten Fall einer neuen Nutzung zugeführt werden. Möglichkeiten und Platz sind reichlich vorhanden. Wer also selber Freiraum sucht, um sich zu verwirklichen oder sich mit anderen austauschen möchte, sollte uns am 1. und 2. Mai besuchen kommen.

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit des Roten Baum e.V. Zwickau, der IBUg, der KRU, dem Mocc Klub, einigen Privatleuten und den Machern von „1. Mai – Immer dabei“ organisiert und realisiert. Mehr Infos unter: www.ibug-art.de!

Matratzenfabrik wird Graffiti-Werkstatt

Kreative Köpfe möchten Gebäude an der Mulde für Künstler herrichten
Marcus Wellnhofer in der Freien Presse vom 8. April 2014

Zwickau. Wenn Spaziergänger aus der Stadt über die Paradiesbrücke schlendern und dort nach links abbiegen, kommen sie zwangsläufig an einem alten Gemäuer vorbei. Die ehemalige Matratzen- und Polsterfabrik am Brückenberg fristet ein tristes Dasein. Eine Gruppe junger, kreativer Leute möchte das ändern und das Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf wecken.

Plan: neues Kreativzentrum

Unter dem Titel „Urbane Kunst – Fluch oder Segen?“ diskutierten am Samstag in der Szenebar „Barrikade“ Künstler und Initiatoren des Projekts „Kunst- und Kulturfabrik“ darüber, wie in Zwickau ein neues Kreativzentrum in der Matratzenfabrik entstehen kann. Die Idee dazu hatte Architekt Sebastian Kriegsmann, dem die ehemalige Gewerbefläche gegenüber dem Muldenparadies aufgefallen war. Anfang 2013 setzte er sich mit den Eigentümern in Kontakt. Nach mehreren Gesprächen gaben diese grünes Licht, und Kriegsmann begann mit der Besichtigung des Objektes. „Nach der Einschätzung eines Statikers und eines Holzschnitzers ist die Bausubstanz sicher. An der Fassade und im Obergeschoss müsste jedoch etwas gemacht werden. Aber insgesamt ist alles gut“, sagt Kriegsmann. Obwohl die Matratzenfabrik durchaus auch Potenzial für attraktive Wohnungen bieten würde, schwebt Kriegsmann eine alternative Nutzung vor: Er möchte Künstlern auf Basis des Zwickauer Industrie-Erbes einen kreativen Arbeitsplatz ermöglichen und Ateliers einrichten. Zusammen mit René Hahn (Stadtrat Die Linke) und Streetart-Künstler Rico Gruner sind die Ideen und Planungen zur Umsetzung bereits fortgeschritten. „Wir wollen das Gebäude für möglichst viele Leute greifbar machen“, sagt Gruner. Die Räume sollen gegen die Zahlung einer geringen Miete optimal genutzt werden. „Wir möchten Zwickau sukzessive und dauerhaft bereichern. Wir haben dazu viele Ideen im Kopf“, sagt René Hahn. So wären eine Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt, eine Siebdruck-Manufaktur oder eine Form des urbanen Gärtnerns, bei dem Gemüse mit dem Ziel der Selbstversorgung angebaut wird, denkbar. (mehr…)

„Roter Baum“ schlägt Wurzeln

Zwickaus alternativer Jugendverein hat sein eigenes „Baumhaus“ gefunden
Christian Gesellmann in der Freien Presse vom 20. Dezember 2013

Zwickau – An einer Steinmauer am Dr.-Friedrichs-Ring 73 hängt ein kleines Schild aus Pappe. „Barrikade“ hat jemand darauf geschrieben. Ein Pfeil weist den Weg durch einen kleinen Torbogen zu einer Kellertür, deren Glasscheibe abgeklebt ist. Verbarrikadiert hat sich dort aber niemand. Und von Pappe ist der Keller auch nicht: Der Jugendclub „Barrikade“ ist das Domizil des Vereins „Roter Baum“, der sich mit politischer Bildungs- und Sozialarbeit gegen Rassismus einsetzt. Knapp 3000 Euro haben die Mitglieder in den Ausbau der 140 Quadratmeter großen Räumlichkeiten investiert, Toiletten, Küche, Bar und Bühne eingebaut, Wände gestrichen, Fußböden gefliest und versiegelt. Die Eröffnung Anfang Dezember feierten rund 130 Jugendliche mit einem Mini-Festival. (mehr…)

Eröffnung der Barrikade

Verein findet nach langer Suche Domizil am Dr.-Friedrichs-Ring
Bericht aus der Freien Presse vom 7. Dezember 2013

Zwickau – Der Verein „Roter Baum“ feiert heute die Eröffnung des alternativen Jugendclubs „Barrikade“ am Dr.-Friedrichs-Ring 73. Ab 16 Uhr können die Räume besichtigt werden, am Abend findet ein Konzert statt. Für den etwa 100 Mitglieder zählenden Verein endet damit die fast vierjährige Suche nach eigenen Räumen. Das geplante Alternative Jugendzentrum – ein eigenes Haus für Konzerte und Vereinsleben der linken Szene, wie es sich in Chemnitz und vielen anderen größeren Städten etabliert hat – sei es nun doch nicht geworden, sagt Kassenwart und Linke-Stadtrat René Hahn: „Mit etwa 140 Quadratmetern sind die Räume dafür einfach zu klein.“ Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und die „Volxküche“ seien aber regelmäßig geplant. Der Verein ist seit Oktober bereits Mieter der Kellerräume, in den Umbau sind laut Hahn bisher rund 3000 Euro investiert worden, unter anderem für Toiletten. (cge)