„Roter Baum“ e.V. Zwickau

Archiv Seite 2

2. Familien- & Straßenfest

Der Mensch steht im Mittelpunkt – nicht die Herkunft.
Am Samstag, den 14. März von 10 – 16 Uhr im Hof der Anne-Frank-Schule

Nach der gelungenen Erstauflage am 15.11.2014 geht es nun in die zweite Runde um das Kennenlernen von Alt- und Neu-Zwickauern weiter voran zu bringen. Wir haben diesmal auch die Bewohner der Kopernikusstraße eingeladen. Willkommen sind alle Zwickauer. Es gibt ein buntes Familienprogramm mit Sport-, Musik- und Bastelangeboten. Und auch das Mitbringbuffet verspricht wieder eine kulinarische Entdeckungsreise. Wir freuen uns auf Euch! (mehr…)

Menschen auf der Suche nach Frieden

Mehrere hundert Gäste haben am Samstag das Willkommensfest für Asylbewerber in Neuplanitz besucht. Das verlieh dem Stadtteil eine neue Note.
Sara Thiel in der Freien Presse vom 17. November 2014

Zwickau – Beate Wiegner sitzt in der Sonne und schaut dem Treiben mit ein bisschen Abstand zu. Die Musik, die hier über den Hof schallt, ist eher mal nichts für die 50-Jährige. Und die ganzen Kinder hier, die laut durcheinanderquasseln, obwohl sie kaum deutsch können und manchmal auch gar nicht ihren Gegenüber verstehen? Beate Wiegner lächelt. „Sind doch auch Menschen“, sagt die Neuplanitzerin.

Sie hat von den Protesten gegen die Asylbewerber, die in dem Stadtteil eine Wohnung bekommen haben, gehört. Aber sie hat ihnen nicht so viel Gewicht beigemessen. „Jeder Mensch soll in Frieden leben“, findet sie. „Und es macht mich glücklich, wenn die Kinder hier wieder spielen können.“ Angst vor diesen Menschen hat sie nicht. „Ich gehe abends arbeiten und habe noch nie Angst vor jemandem gehabt.“

Das würde Ghassam Al Akoum auch gern sagen. Die 48-Jährige ist mit ihrem Mann aus dem Libanon geflohen. Sie hatte dort ein kleines Restaurant – und Ärger mit der Hisbollah, einer im Libanon agierenden Partei und Miliz. Ihre Kinder im Alter von 16 bis 20 Jahren hat sie zurückgelassen, für deren Flucht sei nicht genug Geld da gewesen. Hier in Deutschland sucht sie Frieden, sagt sie. Und eine Möglichkeit, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Gefunden hat die Frau noch keinen Frieden, erst kürzlich sei sie hier in Zwickau von drei Fremden bedroht worden, einer habe ihrem Mann ein Messer an den Hals gehalten. Was sie wollten, weiß sie nicht – so gut versteht sie noch kein deutsch. Ghassan Al Akoum hat den Vorfall der Polizei gemeldet – und versucht nun, tatsächlich Frieden zu finden. Sie hat für das Fest libanesisch gekocht, denn auch Freundschaft führt durch den Magen. (mehr…)

Straßen- & Familienfest

Zeichen des Willkommens an die Flüchtlinge in Neuplanitz
Am Samstag, den 15. November, von 10 – 14 Uhr im Hof der Anne-Frank-Schule

Anfang September wurde bekannt, dass in Neuplanitz insgesamt 150 Flüchtlinge untergebracht werden. Inzwischen sind die zumeist aus Syrien stammenden Familien in die Wohnungen eingezogen und freuten sich auch über die große Spendenbereitschaft der Zwickauer, die ihnen nach ihrer Flucht aus den Kriegsgebieten helfen wollten. Nun wollen wir einen nächsten Schritt gehen, um die Neu-Neuplanitzer besser kennen zu lernen.

Daher laden wir Euch zum Neupanitzer Straßen- und Familienfest, um bei Spiel, Spaß, Kultur, Speis und Trank zusammen eine gute Zeit zu verbringen. Es haben bereits einige Ihre Unterstützung zugesagt, aber für ein schönes und vielfältiges Fest könnt Ihr Euch noch immer melden und Eure Ideen zum gelingen beitragen. Es wird u.a. ein Mitbring-Buffet geben Ihr könnt also etwas leckeres zubereiten und mit dazustellen. Dazu stellen wir eine Spendenkasse. Alle Einnahmen des Tages werden für unsere neuen Bewohner zu Gute kommen. Gefeiert wird im Hof der Anne-Frank-Schule!

An der Stelle auch der Hinweis, wir bitten alle um eine friedliche Teilnahme. Störer werden wird des Festes verweisen. In diesem Sinne wir freuen uns auf einen kurzweiligen und interessanten Samstag! :)

Pragmatisch, praktisch, gut

Die Kirche macht aufmerksam, die Oberbürgermeisterin bezahlt’s und der Verein Roter Baum macht die Arbeit – wie Zwickau mit antisemitischen Graffiti umgeht.
Christian Gesellmann in der Freien Presse vom 3. November 2014

Zwickau. Die Ausgangssituation ist verzwickt: An einer Betonmauer entlang eines Fußweges in Marienthal, der zu einem Kindergarten führt, prangen seit einigen Wochen volksverhetzende antisemitische Graffiti. Darauf machten Vertreter der Kirchen in Zwickau bei einer Podiumsdiskussion vergangene Woche aufmerksam. An jenem Abend in der Hochschulbibliothek ging es um die Frage, wie man generell mit solchen Schmierereien umgehen sollte – schnell wegmachen und verschweigen? Oder Polizei und Presse auf den Plan rufen? Anlass war ein Hakenkreuz, das Anfang des Jahres auf die Gedenktafel für die Holocaust-Opfer am Georgenplatz geschmiert worden war.

Nun gab es dieses neue Graffiti in Marienthal und die Frage wurde praktisch. Der Eigentümer der beschmierten Wand lässt es seit Wochen stehen. Das Ordnungsamt kann nicht eingreifen, weil es Privateigentum ist. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) saß auf dem Podium und handelte pragmatisch: Sie gab dem Verein Roter Baum 50 Euro, damit dieser sich um den Fall kümmert. „Das habe ich als Privatperson getan“, sagt sie. „Solche Parolen müssen so schnell wie möglich verschwinden, darum kümmert sich das Ordnungsamt normalerweise auch. Aber bei Privateigentum sind uns die Hände gebunden. Es ist ein rechtliches Problem.“ (mehr…)

Kreative Köpfe genießen den puren Ibug-Luxus

Gut 80 nationale und internationale Künstler werkeln momentan in Westsachsen. Im Vergleich zu 2013 sind die Unterkünfte der Künstler richtig gut.
Marcus Wellnhofer in der Freien Presse vom 29. August 2014

Crimmitschau – Auf einmal sind sie dann doch kurz zu sehen, die Sorgenfalten auf Maxi Kretzschmars Stirn. Beim Versuch, ihr E-Mail-Postfach zu öffnen, bricht die Internetverbindung ab. Schnell gibt sie einem Helfer die Anweisung, sich umgehend darum zu kümmern.

Solche unangenehmen Ereignisse sind während der Kreativphase der Ibug in Crimmitschau kaum der Rede wert. Wer den Organisatoren des Kunst-Festivals, Maxi Kretzschmar und Thomas Dietze, begegnet, blickt in gelöste und entspannte Gesichter. „Mir geht es sehr gut. Alles funktioniert. Wir haben sogar warmes Wasser“, sagt Maxi Kretzschmar. Die Stromversorgung ist exzellent, es gibt ausreichend Sanitär- anlagen und eine richtige Küche. Die Künstler haben trockene Räume zum Schlafen. Zwar müssen sie in den ungeheizten Zimmern mit dem Boden oder Feldbetten vom Deutschen Roten Kreuz Vorlieb nehmen, doch im Vergleich zu vorherigen Ausgaben des Festivals sind diese Bedingungen mit einem Fünf-Sterne-Luxus-Ressort zu vergleichen. (mehr…)