1. Vortrag „Opferperspektive“ « „Roter Baum“ e.V. Zwickau

1. Opferperspektive – Rechte und Möglichkeiten / Diskriminierung im Alltag – Rassismus und Sprache (Änderungen vorbehalten)

Vortrag und Diskussion mit RAA Opferberatung Sachsen (ca. 16.00 Uhr)
(www.raa-sachsen.de)

Sachsen weist die höchste Zahl rechtsmotivierter Gewalttaten auf. Dies ergeben statistische Erhebungen innerhalb der östlichen Bundesländer und Berlin. Jeder kann – unverhofft und ohne Schuld – Betroffener einer rechten Straftat werden. Ausgesetzt sind diesen Übergriffen vor allem Menschen, die aus rassistischen Motiven angegriffen werden, alternative bzw. nicht rechts orientierte Jugendliche, Homo- und Transsexuelle, Behinderte und sozial Benachteiligte. Bei durchschnittlich fünf Vorfällen pro Woche werden in Sachsen Menschen aus rechtsextremen, rassistischen oder antisemitischen Motiven heraus beleidigt, angegriffen, zutiefst gedemütigt oder schwer verletzt. Ein solches Erlebnis hat immer psychische, soziale und materielle Auswirkungen. Für das Leben des Einzelnen sind sie zum Teil von erheblicher Tragweite.

An diesem Punkt setzt die Opferberatung des RAA Sachsen e. V. an. Wir beraten und unterstützen Betroffene und Zeugen rechtsextremer Gewalt sowie deren Angehörige. Wesentliches Ziel unserer Arbeit ist darüber hinaus, BürgerInnen innerhalb verschiedener Präventionsangebote für das Auftreten rechtsextremer und rassistischer Gewalt zu sensibilisieren.

Der Vortrag beinhaltet die rechtliche und psychosoziale Situation von Opfern. Rechte und Möglichkeiten hinsichtlich des juristischen Verfahrens wie auch der psychischen Verarbeitung des Gewalterlebens werden vermittelt.

Rechtsextreme Gewalttaten sind für weite Teile der Bevölkerung als unrechtmäßig erkennbar. Hingegen hält sich der Alltagsrassismus auf bedenklich hohem Niveau. So erscheinen Auffassungen wie „´Die Ausländer` nehmen ´den Deutschen` die Arbeitsplätze weg“ normal.

Der Komplex Rassismus und Sprache setzt sich mit alltäglichen Redewendungen und ihrer Bedeutung auseinander. Dabei wird reflektiert, inwieweit die Sprache das Denken und Handeln prägt. Gemeinsam wird überlegt, wie diesen Stereotypen begegnet werden kann, inwieweit Gegenargumente vorhanden sind. Die TeilnehmerInnen sollen dafür sensibilisiert werden, wie Menschen auf alltägliche Art und Weise diskriminiert werden.